
Am 23. Januar 2008 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Bernhard Thiel im Alter von 58 Jahren. Bernhard Thiel begleitete den Aufbau und die Entwicklung der Stiftung Pflege von Anfang an als berufenes Mitglied des Stiftungsrates und stand dem Vorstand beratend und prüfend zur Seite.
Bernhard Thiel war der Stiftung durch seine Berufserfahrungen in der Pflege inhaltlich und persönlich sehr verbunden. Nach Abschluss einer Kranpflegeausbildung im Jahr 1971 und anschließender Weiterbildung in der Intensivpflege übernahm er die Leitung einer interdisziplinären Intensivstation am Stadt- und Kreiskrankenhaus Ansbach.
Ab 1978 übernahm er die stellvertretende Leitung der Pflege am Klinikum Heilbronn und ab 1979 die Aufgabe der Pflegedirektion am Klinikum Bamberg. 1983 - 1992 war er Pflegedirektor des Klinikum Nürnberg und Mitglied der Betriebsleitung (2600 Betten, 2500 Mitarbeiter im Pflegedienst). In dieser Zeit wurden grundlegend neue Erkenntnisse der Pflege in die Praxis übertragen getragen und forciert durch eine besonders mitarbeiterbeteiligenden Unternehmensstrategie.
1991 entschloss er sich seine umfangreich gewonnen Kenntnisse in die Gründung eines eigenen Unternehmens einfließen zu lassen, der Firma proCura, Gesellschaft für Unternehmensberatung und Management im Krankenhaus mbH; hier war er als Geschäftsführender Gesellschafter bis 2004 tätig. Ab 2004 entwickelte er das Beratungsunternehmen pro Hospital und übernahm die Verantwortung für Krankenhäuser, um notwendige Veränderungsprozesse verantwortlich auf den Weg zu bringen.
Seine umfassende Erfahrung in der Führung von Unternehmen trug dazu bei, dass die Stiftung Pflege sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens Schritt für Schritt entwickelte.
Mit Bernhard Thiel verliert die Stiftung Pflege e.V. einen wichtigen Mitstreiter. Seine charismatische Art, seine umfassenden Kenntnisse und sein Optimismus werden uns allen fehlen.
Christel Bienstein
Vorstand
Vorprogramm
Leben erhalten - Entwicklung erfahren
Referate von:
Frau Ursula Büker, Psychologie
Prof. Christel Bienstein, Pflegewissenschaft
Prof. Dr. Andreas Fröhlich, Sonderpädagogik
Workshops:
BaNale Stimulation, die Komplexität der Begegnung
Basale Stimulation in der Praxis gelebt
Integration von Angehörigen
Entwicklung am Lebensende
Neonatologie
und weitere
Diskussion / Information / Austausch
Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Die Idee kam mir im Januar diesen Jahres: ich besuchte meinen (mobilen) Mann am ersten Tag eines Krankenhausaufenthaltes und traf ihn im Bett liegend an. Da ich mich in den letzten Jahren wissenschaftlich mit der Entstehung von Bettlägerigkeit beschäftigt habe und ein Klinikaufenthalt initial Bettlägerigkeit verursachen kann, fragte ich sofort, warum er im Bett liege. „Wo soll ich denn hin?!“ war die lakonische Antwort. Nach dem er aufgestanden war, liefen wir „wie Falschgeld“ etwas umher: kurz auf der Station, im zugigen Treppenhaus, in der Eingangshalle. Schließlich „saßen“ wir wieder in der Cafeteria. Dabei lieferte mir der „Flucht-und Rettungswegeplan“ die Vorlage für einen Wahrnehmungs- und Bewegungsplan. Menschen wollen zielgerichtet umhergehen, nicht dumpf hin-und herlaufen, sie wollen etwas erleben und lernen, sich freuen. Körper und Geist wollen gleichzeitig in Bewegung gebracht werden.
Für Patienten und Besucher erscheinen manche Gänge im Krankenhaus als Tabuzonen, man kennt sich nicht aus, hat Angst, sich zu verlaufen und „weiss nicht, wo man hin soll und hin darf“.
Das Grundanliegen meines Vorschlages ist Bewegungsförderung, Patienten und Besucher sollen einen anregenden und informativen Rundgang von 45 – 60 Minuten Dauer im Gebäude machen können (hier: Schlechtwettervariante ohne Aussengang), es spricht nichts dagegen, einen anderen Rundgang durch die Natur zusätzlich zu entwickeln. Ein Informationsblatt für die Patienten soll entwickelt und entweder bei der Aufnahme oder auch gezielt später ausgehändigt werden. Alle Abteilungen, die Patienten zur Bewegung anhalten, z.B. Physiotherapie, Langzeit-EKG, sollten ebenfalls auf den Rundgang hinweisen.
Das erste Konzept für einen Klinikspaziergang realisierte sich im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Nach der Zustimmung durch die Geschäftsführung begann eine Arbeitsgruppe mit der Umsetzung und ich selbst durfte die 15 – 20 interessanten „Haltepunkte“ mit aussuchen. Dabei war ich erstaunt, wie weitläufig die Klinik ist – ohne weiteres hätten wir mit immer neuen Perspektiven fast eineinhalb Stunden herumgehen können. Die Haltepunkte sind durch große, gerahmte Plakate bzw. Vitrinen gekennzeichnet.
Hier: 1 Beispiel aus Herdecke
In erster Linie wird Kunst vorgestellt, dabei ist es wichtig, dass die Bilder nicht einfach seitlich hängen, sondern Objekte gut präsentiert werden, mit Titel, Licht usw., dass evtl. Bänke zum Betrachten oder Verweilen aufgestellt sind.
Fotos eignen sich, ein schöner Blick aus dem Fenster, es eignen sich auch kurze gerahmte Texte. Gelegentlich sollten die Poster ausgetauscht werden, evtl. könnte auch ein Motto alle Darstellungen zusammenführen.
Naheliegend ist, die Spaziergänger an wichtigen Orten in der Klinik vorbeizuführen: Cafeteria, Intensivstation, Kapelle, Kiosk, Endoskopieabteilung usw., dabei sollte Wissenswertes zur Abteilung vorgestellt werden. Auch logistische Daten können interessant sein: Essensportionen, Wäscherei, Heizung usw.., evtl. mit Konterfei der dort Arbeitenden.
Motto für einen Rundgang könnte sein: „Kunst und Technik“ oder „Wahrnehmung und Wissenswertes“.
Das Spektrum für Themen ist weit: etwas zur Geschichte der Einrichtung könnte gesagt werden, „historische“ Personen lassen sich vorstellen, gesundheitsfördernde Tipps könnten verbreitet und Arzneipflanzen präsentiert werden. Im Herdecker Krankenhaus war der Apotheker sofort bereit, einen Haltepunkt zu gestalten, die Bücherstube übernahm die Verantwortung eine Vitrine thematisch zu bestücken. Es könnte etwas zur Narkose, zur Hygiene, zu Gips oder Mull gesagt werden, auch Karikaturen oder Bilderrätsel sind vorstellbar. Aktivität könnte gefördert werden durch Aufforderungen zum Handeln (z.B. Fußgymnastik oder Atemübungen), evtl. kann es gelingen interaktive Einheiten zu implementieren, vielleicht durch Touch Screen-PC’s.
Evtl. können Gangalternativen angegeben werden: Treppe oder Fahrstuhl, dazu müssten die Treppenhäuser etwas freundlicher aussehen.
Wichtig ist, dass dieser Spaziergang völlig unabhängig und ohne Anmeldung gelaufen werden kann. Bei einer Rollstuhl-Variante sollte darauf geachtet werden, dass die Objekte nicht zu hoch präsentiert werden.Die Gestaltung des Rundganges wirft kaum Kosten auf, möglicherweise können bekannte Personen als Schirmherr wirken oder Sponsoren sich beteiligen.
Die Akzeptanz des Rundganges kann nach einigen Monaten evaluiert bzw. im üblichen Patientenfragebogen rückgemeldet werden.
Für die Einrichtungen stellt die Eröffnung und Präsentation eine Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit dar, zumindest die örtlichen Medien sollten darüber berichten.
1 – 2 Beispiele aus Nürnberg und 1-2 Beispiele aus Fürth vorstellen
Bisher ist der Klinikspaziergang in den hier genannten drei Kliniken etabliert, gern können Interessierte sich hier die Beispiele ansehen. Alle drei Varianten sind sehr unterschiedlich und gut gelungen. Wir gehen davon aus, dass die Idee von anderen Krankenhäusern übernommen wird. Schon gibt es weitere Überlegungen zu themenzentrierte Rundgängen, evtl. einmal in der Woche geführt. Auch eine Variante für die Mitarbeiter, im Sinne einer angenehmen „Nicht-Raucher-Pause“ ist angedacht.
In allen drei Kliniken bereitete eine Arbeitsgruppe den Spaziergang vor, eine typische Aussage der Teilnehmer war: „ich bin selbst erstaunt, welche interessante Ecken unser Krankenhaus hat…..ich sehe einiges mit anderen Augen“. Offensichtlich gelingt es, über solche Projekte die Kliniken mehr als öffentlichen Raum, als Kulturraum zu begreifen….immerhin halten sich ja ständig viele hundert oder tausend Menschen in den Gebäuden auf.
Literatur:
Zegelin, A.: Festgenagelt sein- Der Prozess des Bettlägerigwerdens, Huber, 2004
mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift:
Die Schwester/Der Pfleger, Heft 8, 2007, Bibliomed Verlag
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Programme der oben genannten Kliniken:
Bilder von der Eröffnung des Klinikspaziergang im Klinikum Nürnberg


Für die individuelle Besuchszeitenregelung auf der interdisziplinären 8-Betten Intensivstation erhielt das Ev. Krankenhaus in Hattingen als erste Einrichtung das Zertifikat der Stiftung Pflege e.V.. In Anwesenheit der Stiftungsverantwortlichen und der engagierten Praktiker wurde das Zertifikat am 6.6.2007 feierlich übergeben. Die Zertifizierung ist Teil eines größeren Projektes der Stiftung, dabei geht es um verstärkte Berücksichtigung der Angehörigen von Intensivpatienten. Die Aktivitäten der Stiftung Pflege e.V. zielen darauf ab, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse in die Gesellschaft zu transportieren. Weitere Anträge und Anfragen liegen bereits vor, der Fachbeirat der Stiftung entscheidet über die Zertifikatsübergabe. Lesen Sie mehr: Ohne Familie geht's nicht / Besuchsregelungen auf Intensivstationen / Antrag / Intensivstationen mit Zertifikat
Die Durchsetzung der Pflegeversicherung mit der Einführung von Versicherungsleistungen anstelle von Fürsorgeleistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz ist ein Erfolg für die heute rd. 2 Mio. Pflegebedürftigen und ihre Familien, denn Pflegebedürftigkeit ist nicht länger allein eine Aufgabe der Fürsorge mit der Konsequenz, Sozialhilfeempfänger zu werden. Die Pflegebedürftigen zahlen Beiträge und erhalten dafür Pflegeleistungen von ihrer Pflegekasse und nicht mehr Fürsorge vom Sozialhilfeträger. Damit wird die Pflegebedürftigkeit - ein Schicksal, das jeden treffen kann - solidarisch abgesichert. Der Einzelne wird mit dem Risiko, pflegebedürftig zu werden, nicht mehr allein gelassen. Darin liegt die große sozialpolitische Bedeutung der Pflegeversicherung.Lesen Sie mehr...
"Rückkehr aus dem Krankenhaus" - mit diesem Titel projektierte die Stiftung Pflege e.V. eine Broschüre, die hilfebedürftigen Patienten und Angehörigen den Übergang in die häusliche Pflege erleichtern soll. Das vorrangige Ziel der Stiftung ist, pflegerisches Wissen in die Bevölkerung zu tragen. Die Broschüre hat den Gisela-Rehfeld-Preis errungen, am 30.11.2006 wurde der Preis in einer Feierstunde in der Aerpah-Klinik in Esslingen überreicht. Der Preis ist gestiftet von Roelke-Pharma und wird alle zwei Jahre für wissenschaftsbezogene Verdienste der Pflege im Rahmen geriatrischer Rehabilitation überreicht. Lesen Sie mehr...
Den zahlreichen Anfragen von Angehörigen und professionellen Betreuern entsprechend haben Professor Lutz Neugebauer und Professor David Aldridge einen Satz CDs mit dem Titel "Meine Musik" produziert. Der Satz enthält 4 CDs: Schellack Schlager zB. “So ein Tag, so wunderschön wie heute; Kann die Liebe Sünde sein; Ich küsse Ihre Hand Madame; Das gibt´s nur einmal, das kommt nicht wieder ;Annelise; Möwe, du fliegst in die Heimat”. Klassische Meisterwerke Sanfter Swing und Jazz Hits zum Tanzen und Träumen Die CD-Box kostet €19,95 inkl. Versand und Bearbeitung. Zwei Euro von diesem Betrag gehen an die Stiftung “Musik Hilft”, die Musiktherapie unterstüzt. Lesen Sie mehr...
Mit einer bundesweiten Initiative will die Stiftung
Pflege e.V. entgegenkommende Besuchsregelungen auf den
Intensivstationen der Krankenhäuser etablieren. Die
Einbeziehung von Angehörigen, Freunden und vertrauten Menschen trägt wesentlich zur Genesung von Patienten
bei, die aufgrund ihres kritischen Gesundheitszustandes
auf Intensivstationen behandelt werden. Ein von der
Stiftung Pflege e.V. durchgeführtes Expertengespräch
und eine bundesweite Erhebung zu Besuchsregelungen auf
Intensivstationen hat ergeben, dass diese von
Krankenhaus zu
Krankenhaus völlig unterschiedlich gehandhabt werden.
Oft kämpfen Angehörige mit unüberwindlichen Hürden,
um ans Krankenbett zu gelangen. Lesen
Sie mehr...
Das Spiel wurde primär für
Menschen mit Demenz entwickelt. Viele Menschen
verbinden mit Knöpfen positive Kindheitserinnerungen,
hieran soll angeknüpft werden.
Das Spiel kann alleine oder mit mehreren Menschen in
unterschiedlichen Versionen gespielt werden. Der
Anforderungsgrad und die Dauer der verschiedenen
Spielarten können individuell angepaßt werden.
Besonders viel Freude betreitet das Spiel, wenn mehrer
Menschen dieses
gemeinsam spielen.
„Pflege geht uns alle an“. Dies ist das Motto der „Stiftung Pflege“, in deren Kuratorium jetzt Christa Tischer, Pflegedirektorin des Klinikums Augsburg, berufen wurde. Klaus H. Richter, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Pflege und Vorstandsmitglied der Barmer Ersatzkasse, überreichte ihr im Rahmen eines Besuchs bei der Barmer Ersatzkasse in Augsburg die Berufungsurkunde.
Lesen Sie mehr...„Jeder wird jeden Tag einen Tag älter. Nur vergessen das die Meisten. – Jeder von uns kann pflegebedürftig werden. Und jeder wünscht sich dann eine menschenwürdige Gestaltung dieses Lebensabschnittes. Das Bewusstsein dafür muss dringend geweckt werden! – Es ist dies ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, dem sich die ‚Stiftung Pflege‘ endlich angenommen hat. Das möchte ich sehr gerne und sehr dringend unterstützen!“, so die beliebte Berliner Schauspielerin Ursela Monn, die sich bereit erklärte, künftig als Botschafterin der Stiftung Pflege tätig zu werden.
Lesen Sie mehr...Die EUSOMA - Richtlinien (Europäische Gesellschaft für Brustkunde) für die Zertifizierung von Brustzentren sieht den Einsatz von zwei Breast Care Nurses pro Pflegeeinheit verbindlich vor (mit Masterabschluss). In Deutschland gibt es bisher keine vergleichbaren Pflegespezialistinnen ...
Lesen Sie mehr...Das Institut für Pflegewissenschaft baut für 72 Stunden eine Intensivstation auf dem Willy-Brandt-Platz. So sollen Ängste abgebaut und Verständnis für den Pflegeberuf geweckt werden.
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